Bau einer einseitigen Doppelweiche EDW110 auf der Basis der WENZ-MODELLBAU Weiche EW110-1:6





Platzsparender Gleisbau in Spur 0 erfordert manchmal ausgefallene Konstruktionen, für die unsere Weichenbausätze eine hervorragende Basis sind. Dieser anregungsreiche Bericht wurde uns dankenswerter Weise von einem Kunden aus Norddeutschland zusammengestellt und zeigt, wie passionierte Modelleisenbahner, auf selten gewordene Vorbilder zurückgreifend, so ziemlich jedes Platzproblem meistern.






I. Die Konstuktion



Weiche 1 ist eine ganz normale Weiche  EW 110 1 : 6 . Vor der Konstruktion dieser Weiche habe ich die einfache Weiche akribisch nachgezeichnet. Dabei bin ich von den im Katalog und Internet angegebenen Maßen ausgegangen. Gesamtlänge = 493 mm, gerade Länge am Weichenanfang = 6 mm, gerade Länge am Weichenende = 71,5 mm. Bei dem Bogenradius bin ich davon ausgegangen, das er wie bei Reichsbahnweichen mit S 49 Profilen auf die Gleismitte bezogen ist. Alles zusammen gab ein schlüssiges Maßbild der Weiche. Bei Preußischen Weichen der Form 6 und 8 wird der Bogenradius auf die Außenschiene angegeben.

Die zweite Weiche setzt genau am Ende der Schwelle 12 an (WA2 = WA 1 + 170,31 mm). Da der Bogen der Innenschiene von Weiche 1 und 2 in einem durchgeht, wurde Weiche 2 am Anfang um 6 mm gekürzt (siehe Bemaßung). Der Bogen für die Innenschiene geht also von BL 1 bis BL 5. Der Bogen für die abzweigende Außenschiene geht nur von BL 1 bis BL2 (Schnittlinie Bogenmitte mit WA 2) von hieraus geht der abzweigende Teil von Weiche 2 im gleichen Bogen weiter bis BL 5. Der gerade Teil von Weiche 2 geht von BL2 als Tangente nach BL3. Um den nötigen Weichenwinkel für den geraden Strang von Weiche 2 zu bekommen ist dieser zwischen den Linien BL3 und BL4 gebogen.  Hieraus ergibt sich, das der jeweils abzweige Teil der Herzstücken voll im Bogen liegt. Alle drei Herzstücke haben unterschiedliche Winkel.

Herzstück 1 = 1 : 6,08
Herzstück 2 = 1 : 7,55
Herzstück 3 = 1 : 8,94

Herzstück 1 bildet gleichzeitig je eine Flügelschiene für Herzstück 2 und 3. Zur Polarisierung der Herzstücke sind Herzstück 1 uns 2 elektrisch verbunden und werden von Weiche 1 geschaltet. Das Herzstück 3 ist elektrisch alleine und wird von Weiche 2 geschaltet. Wenn Weiche 1 auf Gerade steht, müssen Herzstück 1 und 2 immer die Gegenpolarität zur geraden Backenschiene haben. Wenn Weiche 1 auf Abzweig steht, müssen Herzstück 1 und 2 die Polarität der geraden Backenschiene haben. Das ist immer unabhängig von der Lage von Weiche 2.

Das Weichenende ist so gewählt, das sich zwischen geraden Strang und 1. Abzweig ein Mittenanstand von 46 mm ergibt. Der Mittenabstand der beiden abzweigenden Gleise ergibt sich aber mit 52,11 mm, da das Ende vom  zweiten Abzweig Sinnvollerweise erst am Ende des Gleisbogens (BL 5) liegen kann. Sonst stimmt an Ende der Weichenwinkel von 1 : 6 nicht.

Schwellenlage:  Die Lage der Schwellen 1 – 12 entspricht der EW 100 1 : 6. Die Position der 27 – 30, 34 – 37 und 47 – 50 ist so gewählt, das der Schienenabstand den entsprechenden Herzstückplatten entspricht. Alle anderen Schwellen sind dazwischen aufgeteilt. Bei einem Nachbau sollte nicht die Schwelle 25 Doppelschwelle sein, sondern Schwelle 24. Beim Bau stellte sich heraus, das es bei Schwelle 25 als Doppelschwelle Konflikte zwischen Schienenlasche und Radlenker gab. 



II. Der Aufbau



Bild 1 und 2 zeigt die Lage der Schwellen. Auf Bild 1 sieht man zudem den Aluwinkel, der so im Abstand zur Gleismitte befestigt ist, daß man den TieMaster60 beim Verlegen der Schwellen mit der Stirnseite gegen den Winkel schiebt und die Abstandsnase gegen die vorige Schwelle. Diese Montageart ergibt bei geraden Gleisen immer eine gerade Schwellenlage.



Auf Bild 3 sieht man die montierte Backenschiene vom geraden Weichstrang.

Auf Bild 4 sieht man die montierten Herzstücke 1 und 2, wobei die lange Flügelschiene von Herzstück 1 noch lose ist. Ebenfalls ist die zweite Schiene vom Stammgleis aufgenagelt.

Auf Bild 5 ist jetzt das Herzstück 3 und beide Schiene vom 1 Abzweig montiert, die Flügelschiene von Herzstück 1 ist immer noch lose.

Auf Bild 6 und 7 ist jetzt die abzweigende Backenschiene montiert und die Flügelschiene von Herzstück 1. Geht jetzt mit Abstandshaltern ganz einfach.

Wie Sie an den Bildern sehen, sind alle Schienen schon mit Radlenkern versehen. Ich verwende die geätzten Futterstücke bei den Herzstücken und Radlenker nach der alten Variante. Da ich die nötigen Verbindungen löte und nicht klebe, kann ich die Radlenker schon vor dem Lackieren mit der jeweiligen Schiene verbinden. Man muß nur die Futterstücke am Radlenker etwas nachfeilen und den richtigen Abstand zwischen Radlenker und Schiene zu bekommen. 

Bild 8 : Die erste Weichenzunge mit Flügelschiene für den geraden Strang ist befestigt.

Auf Bild 9 ist die zweite Weichenzunge von Weiche 1 mit Flügelschiene zu Herzstück 2 montiert.

Auf Bild 10 ist die erste Weichenzunge von Weiche 2 mit Flügelschiene zu Herzstück 3 montiert.

Auf Bild 11 ist die zweite Weichenzunge von Weiche 2 mit Flügelschiene zu Herzstück 1 montiert.

Bild 12 : Ansicht der fertigen Weiche von der Spitze her. Auf dem Bild ist auch zu erkennen, das nur durch diese Weichenbauart hier drei kurze Abstellgleise möglich waren. Die Gleise werden am Ende noch mit einem Prellbock versehen.

Bild 13 : Draufsicht der gesamten Weiche. Das Bogengleis vor der Weiche ist das Streckengleis zum Bahnhof auf der anderen Raumseite.

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